Ziegel wurden bereits vor etwa 3000 vor Christus erfunden. Auch heute noch findet die beliebte Dacheindeckung ihren Einsatz. Selbstverständlich haben Ziegel sich in Bezug auf die Materialien, die Form und die Farben verändert. Bei den Ziegeln muss grundsätzlich zwischen drei Arten unterschieden werden, wobei es eigentlich noch sehr viel mehr Sorten gibt. Grundsätzlich aber unterscheidet man Ziegel, die für den Innenbereich eines Hauses dienen, Ziegel für den Außenbereich sowie Ziegel für die Dacheindeckung.
Ziegel – Ein Baustoff voller Missverständnisse
Nicht nur die Materialien, die für die Eindeckung eines Daches dienen, werden im Allgemeinen als Ziegel bezeichnet, sondern auch die so genannten Klinkersteine, die für den Bau von Außenwänden dienen. Klinker finden auch zum Mauern von Kanalschächten ihren Einsatz und nicht nur für den Hausbau.
Die Hochlochziegel
Klinker, die für den Hausbau genutzt werden, werden häufig als Hochlochziegel oder Leichthochlochziegel bezeichnet. Diese Ziegel zeichnen sich unter anderem durch eine besonders gute Wärmedämmung aus. In der Regel kann bei der Verwendung von Hochlochziegeln auf eine zusätzliche Wärmedämmung verzichtet werden. Außerdem sind diese Ziegel sehr gut formbar, so dass sich durch diesen Baustoff auch ungewöhnliche Bauten realisieren lassen. Leider haben die Hochlochziegel auch einen Nachteil. Diese Ziegelart bietet einen sehr schlechten Schallschutz.
Video – Wie werden Ziegel hergestellt?
Ziegel bestehen zum Teil aus Ton. Ton nimmt Wasser auf und wird dadurch formbar. Sobald der Ton wieder getrocknet ist, wird er hart. Damit die Ziegel an Festigkeit gewinnen, werden sie aus einer Ton-Sand-Kombination gefertigt. Der Ton wird durch die Zugabe von Sand “gemagert” und dann als Lehm bezeichnet. Wenn die Ziegel nass werden, würden sie wieder aufweichen. Aus diesem Grund werden die Ziegel gebrannt. Durch den Brennvorgang vertrocknet das in den Ziegeln enthaltene Wasser. Die Ziegel werden mindestens einen Tag und bis zu drei Tage lang im Ofen, bei einer Temperatur von etwa 1000 Grad, gebrannt. Durch das Brennen werden die Ziegel frostbeständig und erhalten ihre hohe Haltbarkeit. Zudem sind die Ziegel nun unempfindlich gegen Wasser. Dieses Herstellungsverfahren findet für die so genannten Klinker Verwendung.
Porenbeton Ziegel
Porenbeton Ziegel bestehen aus Lehm. Dem Lehm werden brennbare Bestandteile wie zum Beispiel Sägemehl hinzugefügt. Beim Brennvorgang, gasen die Sägespäne aus und erzeugen dadurch die Poren.
Weichgebrannte und hartgebrannte Ziegel
Weichgebrannte Ziegel besitzen eine hohe Festigkeit. Allerdings sind sie nicht witterungsbeständig. Diese Ziegel werden daher nur im Innenbereich des Hauses verarbeitet oder im Außenbereich, wenn sie zusätzlich noch verputzt werden.
Hartgebrannte Ziegel erhalten ihre hohe Festigkeit und Witterungsbeständigkeit, indem sie bei einer höheren Temperatur gebrannt werden. Diese können bedenkenlos im Außenbereich verwendet werden, ohne das sie zusätzlich verputzt werden müssen. Dazu zählen unter anderem die Klinker und die Porensteine.
In der so genannten ersten Ziegelschar müssen bereits die Wandeinbindungen, die Türen- und Fensterpfeiler eingeplant werden, damit das Überbindemaß später stimmt.
Damit das Haus gerade wird, werden zunächst die Eckziegel gesetzt. Um sicherzustellen, dass diese gerade gesetzt wurden, empfiehlt sich die Zuhilfenahme einer Wasserwaage. Die Eckziegel werden mit einer Schnur miteinander verbunden. Die einzelnen Ziegelsteine werden dann in das Mörtelbett gelegt. Dabei wird mit einer Wasserwaage stets überprüft, ob diese gerade sind und im Anschluss mit einem Gummihammer angeschlagen.
Bei gewöhnlichen Ziegeln sollte die so genannte Lagerfuge 1,20 cm breit sein. Die Lagerfuge ist vollflächig und kantenbündig aufzutragen. Bei der Stoßfuge handelt es sich um die senkrechte Fuge zwischen den einzelnen Ziegeln. Diese wird mit einer Stärke von 1 cm vermörtelt. Die Stoßfugen dürfen auch unterbrochen errichtet werden, was die Statik des Hauses nicht negativ beeinträchtigt. Bei besonders großen Steinen muss dann meistens eine Mörteltasche errichtet werden. In diesem Fall werden die Steine mit einer Fugenbreite von 5 mm verlegt und die Mörteltaschen mit Mörtel aufgefüllt.
Mittlerweile sind zahlreiche unterschiedliche Ziegel auf dem Markt verfügbar. Bei vielen von ihnen muss keine Stoßfuge errichtet werden. Dadurch kann man sich viele Stunden Arbeit und somit auch Kosten einsparen.
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